Endbahnhöfe

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Atlanta Germany
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Endbahnhöfe

Beitrag von Atlanta » Di Nov 19, 2019 8:27 am

Moin Kollegen,

als Endbahnhöfe bezeichnet man eine Bahnstation, an der aus betrieblicher Sichtweise, ein Kurs, also eine Zugfahrt laut Fahrplan, endet.

Ein Endbahnhof muß sich also nicht zwangsläufig am Ende einer Bahnstrecke befinden.

Endbahnhöfe können in vielen unterschiedlichen Arten gebaut worden sein, jeder Stationstyp kann da vorkommen, auch Durchfahrts- und Kopfbahnhöfe oder eine Kombination aus beidem.

In den frühen Eisenbahnepochen wurden vielfach Endbahnhöfe als Kopfbahnhöfe gebaut, dem ist aber nicht immer so.

Kopfbahnhöfe sind aus betrieblicher Sichtweise eine Katastrophe, denn bei eingefahrene Zügen befindet sich immer noch die Lokomotive vor dem Zug und kann so lange nicht erneut eingesetzt werden, bis die dahinter stehenden Wagen entfernt wurden und das Gleis zur Ausfahrt der Lok wieder freigeben. Ein Problem, was die Betriebsabläufe bis in die Neuzeit empfindlich stört.

Ideal sind also Bahnstationen, aus denen die Lokomotive entweder über ein anderes Gleis umsetzen könnte oder zur anderen Seite wieder herausfahren könnte.

In den frühen Eisenbahnepochen bis etwa zum Jahr 1937 galt auch eine andere Rechtslage, in der die Eisenbahngesellschaften die Verantwortung zugeschoben bekamen, wenn ein Fahrgast oder dessen Begleiter oder nicht unterwiesene Personale kurzum allgemein als Publikum bezeichnet, durch Zug- oder Rangierbewegungen, körperlich verletzt wurden.
So hatte das Bahnpersonal Sorge zu tragen, daß das Publikum erst dann den Bahnsteig betritt, wenn der eingefahrene Zug zum Stillstand gekommen war und die Lokomotive vom Zug abgekuppelt wurde und wo möglich den Bahnsteig verlassen hatte.
Die damals noch üblichen Bahnsteigsperren oder Türen oder Pforten an Treppen dienten zum Zurückhalten des Publikums, bis vom Bahnverkehr keine größere Gefahr mehr ausginge.
Die Stellwerke hatten die Pflicht, Gleise zur Einfahrt zu sperren und das Ruhe - Halt u.Sperrsignal für das entsprechende Gleis zu geben, nachdem ein Zug in ein Gleis eingefahren war.
Laut Gesetz zum Schutz von Personen mußte der Bahnverkehr eingestellt werden, wenn das Publikum oder aussteigende Reisende den Bahnsteig betraten. Das Dienstpersonal war angewiesen das durchzusetzen.

Bei frühen Bauarten der Bahnstationen gab es vordefinierte Ankunft- und Abfahrtseiten.

Bild Neoklassizistischer Bahnhof

Bei diesem Stationstyp gibt es einen getrennten Ankunft- und Abfahrtbereich.
Die Drehscheibe vor der Bahnhofsfassade diente zum Wenden von Lokomotiven aber auch beim Umsetzarbeiten der Wagen, wenn dieses von der anderen Seite mal nicht möglich war.

Der Neoklassizismus war ein Baustil von Bahnhofsgebäuden, die um 1860 erbaut wurden.

BildBahnhof am Holstenplatz - Bild mit freundlicher Genehmigung der Lübecker Stadtbibliothek

Bei diesem Endbahnhof gab es bis zu dessen Abriß im Jahr 1930 nur einen einzigen Bahnsteig, der Bahnhof wurde aber bereits im Jahr 1908 Stillgelegt, als der neue Lübecker Hbf eröffnet wurde.

Vier Bahnstrecken nutzten den Bahnhof als Endbahnhof, durch einen sehr effizienten Betriebsablauf konnten sehr viele Zugfahrten in der Stunde abgewickelt werden, dennoch reichte die Kapazität nicht aus, so daß man sich entschloß ab 1906 einen größeren Bahnhof zu bauen, der 1908 eröffnet wurde.
Genießen Sie Ihren Urlaub in vollen Zügen...Die Bahn! :roll:
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Schönen Gruß,
Ingo

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